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1929 bis 2009
Wie es in der Wirtschaftskrise 1929 begonnen hat In der „Chronik der Stadt Bonn“ befindet sich unter dem 25. April 1929 folgender Eintrag: „Bonner Schifferfamilien schließen sich zu einer Fahrgemeinschaft zusammen, die sich heute ‚Bonner Personen Schiffahrt’ nennt.“ Beim Preußischen Amtsgericht Bonn setzten zeitgleich die Schiffseigner Josef Schmitz sen., Jakob Krahe, Peter Hei, Jean Richarz, Karl Käufer, Josef Schmitz jun. und Clemens Schmitz ihre Unterschrift unter die erste verbindliche Satzung der nun eingetragenen Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Ursprünglich trug das neue Unternehmen die Bezeichnung „Bonner Motor Schiffahrt“. Die Umbenennung in „Bonner Personen Schiffahrt“ erfolgte erst am 12. Januar 1952. Für Bonn und die Welt ging das Jahr 1929 als äußerst turbulent in die Geschichte ein. So eröffnete in der Universitäts-Stadt am Rhein im Metropol-Theater das damals modernste Kino im Deutschen Reich seine Pforten. Eine „Abschiedsvorstellung“ gab die Dampf-Schmalspurbahn, die 20 Jahre zwischen dem Friedrichs-Platz (heute Friedensplatz) und dem Vorgebirge verkehrte. Der Volksmund nannte das rauchende, schnaubende und pfeifende Schienengefährt liebevoll „Feuriger Elias“. Es gab aber im Gründungsjahr der BPS auch eine weltweite Wirtschaftskrise. Als „Schwarzer Freitag“ ging der Börsenkrach an der New Yorker Wall Street in die Geschichte ein. Die direkten Folgen für Deutschland: Massenentlassungen, Konkurse, öffentliche und private Finanznot und Krise in der Landwirtschaft. Und wenn heute die Krise bei Opel als Dauerbrenner durch die Medien geistert, dann sollte man sich zurückerinnern, dass das Jahr 1929 auch den Verkauf der Aktienmehrheit von der Adam Opel AG an den US-Automobilkonzern General Motors“ bescherte. Das geflügelte Wort vom „Tanz auf dem Vulkan“ kennzeichnete damals die wirtschaftliche Situation. Mit den sprichwörtlich „Goldenen Zwanziger Jahren“ war es also abrupt vorbei. Schulterschluss der Schiffseigner Zurück zur BPS. Ihre Gründung erfolgte nicht nur vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Weltkrise, sondern auch getreu der Devise „Einigkeit macht stark“ Das Genossenschaftswesen der Gründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch mag dabei auch Pate gestanden haben. Die Verteilung von Gewinn und Verlust errechnete sich laut Satzung nach Abzug von Verwaltungs- und Geschäftskosten nach der Personenzahl, für die die einzelnen Fahrgastschiffe ausgelegt waren. Nach der Satzung von 1929 gehörten folgende Ausflugsschiffe zur Weißen Flotte: (in Klammern Personenzahl) „Rheinland“ (220); „Roland“ (140); „Rhenus“ (81); „Stadt Bonn“ (440); „Verona“ (295); „Beethoven“ (170); „Gerta“ (114); „Bonna“ (165); „Vaterland“ (193). Insgesamt also ein Fassungsvermögen von 1818 Personen. Schlimme Kriegsjahre Die BPS hatte gerade das Ruder fest in der Hand und steuerte neue Ziele an, da machte der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs alle Expansionspläne zunichte. Die braunen Machthaber rissen die Zuständigkeiten an sich und bereiteten den Schiffseignern immer wieder Sorgen und Probleme. So stellte 1932 der Oberbürgermeister als Ortspolizeibehörde eine „Amtliche „Fahrpreis-Ordnung“ auf und setzte damit das Tarifgefüge der Gesellschaft außer Kraft. Weitere Schikanen folgten. Ausflugsschiffe wurden in die militärische Strategie miteinbezogen und Schiffseigner und Kapitäne zum Wehrdienst einberufen. Der Todesstoß wurde der Bonner Rheinflotte versetzt als am 18.10.1944 der verheerende Bombenangriff auf die Bonner Innenstadt geflogen wurde. Alle verbliebenen Schiffe wurden in dieser Nacht durch Fliegerbomben versenkt. Von dem Schiff „Filia Rheni (1)“ konnte später nur noch der Rumpf geborgen werden.
Neubeginn mit Hoffnungen Mit ungebrochenem Aufbauwillen gingen Schiffseigner und Gesellschafter nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft wieder ans Werk und setzten erste Maßstäbe für einen Neubeginn. Unter erschwerten technischen Bedingungen – es gab weder Kräne noch andere Hebefahrzeuge – gelang es, die ersten kleineren Schiffe am Rheinufer zu bergen und notdürftig zu reparieren. Dazu gehörten die MS „Beethoven“, „Rheinland“, „Roland“ und „Eva Maria“. Die belgische Besatzungsmacht hatte in den ersten Nachkriegsjahren das Sagen und bestimmte auch für den Ausflugsverkehr auf dem Rhein den Kurs. In ihren Diensten stand kurzfristig MS „Bonna“ und kreuzte unter der Bezeichnung „ Liberation“ auf dem Rhein. Die politische Lage entspannte sich aber zusehends, die Belgier gaben die „Bonna“ wieder an den Eigentümer zurück und genehmigten erste Ausflugsfahrten.
Mit neuen Konzeptionen Für die Geschäftsführung der BPS galt es, neue Konzeptionen zu entwickeln und dem aufkommenden Tourismus Rechnung zu tragen. Ziel war es auch, die Abteilung Fremdenverkehr und Tourismus der Stadt Bonn ins Boot zu holen. So wird in einem Schreiben der BPS vom März 1955 mit Stolz mitgeteilt, dass die BPS 1954 nicht weniger als 310 000 Passagiere und Ausflügler befördert habe. Für die Zukunft gut aufgestellt Der technische Fortschritt bestimmt auch weiterhin die Flotte der BPS. Wenn seit 1949 nicht weniger als 14 Schiffsneubauten und 9 Modernisierungen von Ausflugsdampfern erfolgten, dann dürften diese Zahlen das verdeutlichen.
Zur Homepage:
www.bonnerpersonenschiffahrt.de Brassertufer „Am Alten Zoll“ 53111 Bonn
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